Todgeweiht: Prolog

Die Siedler von Shygarn

Das Ende der Menschheit

Hunderttausende Tote in den ersten Jahren, Besiedelung steht vor dem Scheitern.

“Auf Shygarn ist ein Leben weniger wert als der Stahl, den man braucht, um es zur Hölle zu schicken. ” Redewendung in Raynore City.
Die neue Heimat der Siedler ist eine unwirtliche und lebensfeindliche Welt. Bereits kurz nach der Landung der ersten Shuttleschiffe wird Captain Raynore und seinen Vertrauten klar, wie sehr sie die Aufgabe Shygarn zu besiedeln unterschätzt haben. Eine Rückkehr zur Erde ist allerdings nicht mehr möglich, die Mary Posa, Mary Jane und Archangel haben bereits mit dem Hinflug die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit erreicht und so bleibt nur das Unmögliche zu wagen und ungeachtet aller Schwierigkeiten die neue Welt zu einer Heimat zu machen. Von den ursprünglich 1,2 Millionen Auswanderern sterben in den beiden ersten Jahren über dreihunderttausend an Hunger und eingeschleppten Viren, die in der fremdartigen Umwelt von Shygarn rasant mutieren. Doch das sind längst nicht die größten Schrecken, die auf die verzweifelten Siedler warten.

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Wenn der Mensch zur bedrohten Spezies wird …

Todgeweiht: Die Siedler von Shygarn

Folgende Kapitel sind bereits erschienen und werden Ihnen mit dem LairdsLetter zugeschickt

  • Kapitel 1 - Tag der Gerechtigkeit

    »Die können uns ja nicht alle umbringen.«

  • Kapitel 2 - Blut für die Mauer

    Wenn man zum Tode verurteilt wird …

  • Kapitel 3 - Vorhof der Hölle

    »Warum tun wir uns das an?«

  • Kapitel 3.1

    »Warum tun wir uns das an?«

  • Kapitel 3.2

    Da gewinnt Mauerblümchen …

  • Kapitel 3.3

    Die Wagen kamen mit einem letzten …

cover

»Die können uns ja nicht alle umbringen.« Die schwere Eisenkette an meinem Handgelenk klirrte, als sich der Gefangene vor mir umdrehte und in der verzweifelten Karikatur eines Lächelns gelb-schwarze Stümpfe entblößte, die irgend-wann einmal Zähne gewesen sein mochten. Mein Magen verkrampfte sich zu einem schmerzhaften Klumpen. Nein können sie nicht ... ... oder doch?

Jenseits der Tür, von der uns nur noch einige wenige Meter trennten, wurden Quoten erfüllt, hat-te Vater gesagt. Anders funktionierte es nicht. Ein paar freilassen, den Rest verurteilen. Und auch wenn mir der Gedanke sofort leidtat, ich hoffte inständig, dass es den grinsenden Idioten vor mir erwischen würde und nicht mich

Ich krampfte die schweißnassen Finger um den zerknüllten Zettel, als würde mein Leben davon abhängen. Ehrenwerte Justiziare, geschätzter Advokat ...

... das waren die ersten, kaum noch lesbaren Worte auf dem durchgeschwitzten Papierfetzen. Ich kannte sie auswendig, alle, seit Wochen, jeden noch so krakeligen Bogen der eilig dahingekrit-zelten Lettern. Sie hatten sich in meinen Verstand gebrannt und ich würde sie nie mehr vergessen, egal wie das Verfahren ausgehen würde.

Ich atmete tief ein. Mein Herz hämmerte beinahe schmerzhaft gegen das knöcherne Gefängnis meines Brustkorbs. Ich ließ den Blick hektisch zu der Uhr über der Tür des Verhandlungssaals wandern - mindestens zum dritte Mal innerhalb der letzten fünf Minuten.

11:36 Gut ... ... das ist gut.

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Aus dem Logbuch der Mary Posa

Persönlicher Eintrag P. F. Raynore / Datum unbekannt

Dritter Tag im Orbit um Shygarn

Die Hiobsbotschaften reißen nicht ab. Die Bordcomputer aller drei Schiffe haben sich vor genau 94 Jahren, 9 Monaten, 3 Wochen, 5 Tagen, 11 Stunden, 46 Minuten und 18 Sekunden auf Werkseinstellung zurückgesetzt. Wir wissen nicht was den Vorfall ausgelöst hat, aber glücklicherweise ist es zu keinen Schäden oder Verlusten unter den Tiefschläfern gekommen. Dennoch, wir haben sämtliche Informationen verloren, die nicht auf optischen Datenträgern gesichert waren. Ausnahmslos alle Nachrichten von der Erde, astronomische Beobachtungen und Schiffsdiagnosen wurden gelöscht – ebenso, wie das aktuelle Datum. Wir leben momentan im Jahr 94 nach dem Vorfall. Das Astrolab der Mary Posa versucht zwar gerade das Datum aus der Verschiebung der Sterne zu errechnen, aber dafür müssten wir deren genaue Positionen zum Zeitpunkt unseres Abflugs kennen. Daten, die sich nur näherungsweise bestimmen lassen, da wir nicht genau wissen, wie lange wir unterwegs waren. Ein sinnloses Ratespiel, das ich demnächst beenden werde, indem ich den Kapitänen der übrigen beiden Schiffe vorschlage eine neue Zeitrechnung mit dem Beginn unserer Ankunft auf Shygarn zu beginnen.
Damit machen wir dann wohl aus der Not die berühmte Tugend, aber der Kalender unserer alten Heimat lässt sich sowieso nicht ohne weiteres auf Shygarn übertragen. Außerdem bereitet mir Schiaparelli deutlich mehr Kopfzerbrechen, als das Komfortproblem einer sinnfreien Datumsanzeige. Der zweite Mond umkreist den Planeten auf einer exzentrischen Umlaufbahn, die ihn alle einhundert Jahre gefährlich nahe an Shygarn heranführt. Von der Erde aus war das nicht zu erkennen. In der Phase der größten Annäherung dürfte es zu erheblichen tektonischen Aktivitäten und einem gewaltigen Gezeitenhub kommen. Was das für unsere zukünftigen Siedlungen bedeutet, kann ich im Moment noch nicht sagen, aber vor dem Bau der ersten Stadt müssten wir umfangreiche Geoanalysen durchführen für die uns die Instrumente und die nötige Software fehlen.
Dazu kommen noch die religiösen Spinner von der Archangel, die unbedingt eine eigene Siedlung wollen, ganz zu schweigen von der unerklärlichen Metallknappheit auf Shygarn. Sofern ich unsere Geologen richtig verstanden habe, gibt es auf dem gesamten Planeten keine leicht zugänglichen Vorkommen an Eisen, Kupfer, Silber oder irgendeinem anderen Metall.
Für eine Welt auf der es keine intelligente Lebensform gibt, die diese Lagerstätten bereits erschöpft haben könnte, ist das durchaus bemerkenswert.

Der 24. Dezember 2068 war ein besonderer Tag …

Prolog

Der 24. Dezember 2068 war ein besonderer Tag. Nicht nur, weil an diesem Abend ein großer Teil der zwölf Milliarden Menschen auf der Erde Weihnachten feierte, sondern weil es Charles Edward III. Shygarn nach unzähligen frustrierenden Fehlversuchen kurz vor Mitternacht gelang die Atmosphäre des vierten Planeten von Kopernikus 230872/2067 beim Vorbeizug vor seiner Sonne einer Spektralanalyse zu unterziehen.
Das Ergebnis glich einer Sensation.
Der Planet, der bereits in den frühen Morgenstunden des 25. Dezember weltweit von den Medien schlicht Shygarn genannt wurde, verfügte über eine ähnliche Atmosphärenzusammensetzung, wie die Lufthülle der Erde. Da Sauerstoff ein extrem reaktionsfreudiges Gas war, galt es als unmöglich, dass es über längere Zeit frei in einer Atmosphäre vorkam, ohne laufend nachgebildet zu werden – durch Photosynthese betreibende Pflanzen oder etwas anderes, das lebte.
In der Fantasie einer fiebrigen überbevölkerten Welt wurde Shygarn schnell zu einem Paradies verklärt, auf dem edle Wilde mit sich und der Natur im Einklang über endlose Ebenen galoppierten. Millionen wuchsen in den kommenden Jahrzehnten mit Filmen, Serien und Comics über diese bessere Erde auf, beseelt mit dem einen Wunsch, der eigenen sterbenden Heimat zu entfliehen und auf Shygarn neu anzufangen. »Nach Shygarn …« wurde zum Synonym für eine verlorene Generation, die längst jede Hoffnung auf ein erschwingliches Leben, bezahlbare Mieten und gesundes Essen verloren hatte. Aber zwischen der Menschheit und der vermeintlichen Erlösung klaffte ein 254 Lichtjahre breiter unüberbrückbarer Abgrund.
Zumindest, bis der Firmenmagnat Patrick Fitzgerald Raynore am 31. August 2102 in einem Interview bekanntgab, dass er sein gesamtes milliardenschweres Vermögen in die Waagschale werfen wollte, um sich selbst, seine Familie und eine Million Auswanderer nach Shygarn zu bringen.
Ein Tropfen auf den heißen Stein, der die übervölkerte Erde nicht retten würde, wie Raynore selbst zugab, aber das Projekt sollte die Regierungen zum Nachdenken und vor allem zum Nachahmen anregen. In den kommenden zwanzig Jahren sollten drei gigantische Raumschiffe gebaut werden, die die potentiellen Siedler im Tiefschlaf zu ihrer neuen Heimat brachten. Die Reise würde Hunderte von Jahren dauern und wahrscheinlich würden sie auf halber Strecke von den ersten Überlichtraumschiffen überholte werden, witzelte Raynore, aber es wäre endlich der Beginn des Aufbruchs zu den Sternen für die Menschen. Bereits vierundzwanzig Stunden später hatten sich über zwei Milliarden Auswanderungswillige bei StarBorn registriert.
Obwohl Entwicklung und Bau der Mary Jane, Mary Posa und Mary Sue zu einem gigantischen PR-Spektakel gerieten, war schnell abzusehen, dass Raynores Vermögen nicht ausreichen würde, um das ehrgeizige Projekt zum Abschluss zu bringen, weshalb er dankbar das Angebot der kleinen aber wohlhabenden First Church of Jerusalem annahm, eines der Auswanderungsschiffe zu kaufen. So wurde aus der Mary Sue die Archangel, die fast die gesamte neukongregationalistische Gemeinde Palästinas in eine neue Heimat tragen sollte.
2127 brachen die drei völlig überbelegten Schiffe auf. Die Siedler sollten die mehrere Jahrhunderte dauernde Reise im Kälteschlafe verbringen und erst an der Schwelle zu einer neuen Welt wieder aufwachen.
Aber niemand hatte damit gerechnet, dass der Mensch auf Shygarn die unterlegene Spezies sein würde.

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