Leben auf anderen Planeten? Teil 2

Und damit wären wir bei einem der wichtigsten Prinzipien des Universums. Ich meine jetzt natürlich nicht, dass die Wirklichkeit uns Tasten Fantasten regelmäßig überholt, sondern schiele eher in Richtung des Planetenreichtums im Weltall.

Was einmal funktioniert hat, muss immer wieder funktionieren. Wenn es einen Planeten gibt, muss es Dutzende oder Hunderte geben. Oder ein wenig universeller: wenn Sie einen Blumentopf aus ihrer Wohnung im vierten Stock werfen, wird er beim ersten Mal genauso auf dem Kopf ihres ungeliebten Nachbarn zerschellen, wie beim einhundertsten Anlauf dieses hoffentlich unfreiwilligen Experiments. Und mit diesem erhellenden Gedankenspiel zu den Tücken der irdischen Schwerkraft haben wir dann zugleich die Frage nach außerirdischem Leben beantwortet.

Was einmal auf der Erde geklappt hat, muss …

Nun ja, nicht ganz. Es geht hier nicht um die berühmte Ausnahme von der Regel – leider. Die Crux ist vielmehr, dass wir keine Ahnung haben, wie das Leben überhaupt entstanden ist und damit nicht sagen können, wie oft oder mit welcher Wahrscheinlichkeit sich dieselbe oder eine ähnliche Konstellation von Ereignissen bereits eingestellt hat oder noch einstellen wird. Oder, um bei unserem Schwerkraftexperiment zu bleiben, sie wissen, dass sie ihrem Nachbarn einen Blumentopf auf den Kopf werfen werden, sobald er unter ihrem Fenster vorbeikommt und es ist ihnen auch bereits einmal geglückt. Solange sie aber nicht wissen, ob er diesen Weg regelmäßig geht, kann es sich durchaus um einen einmaligen Triumph handeln. Vielleicht ist er mittlerweile nach Indien ausgewandert und hat sich einer Sekte angeschlossen, die freie Liebe praktiziert, sitzt für eine wilde Prügelei im Gefängnis oder meidet schlicht die Straße unter ihrer Wohnung, weil er eine Mischung aus Primelchen, Topferde und Tonscherben als unpassenden Kopfschmuck empfindet.

Ich denke, sie sehen das Problem. Solange wir nicht wissen, wie wir entstanden sind, wissen wir auch nicht, wie zufällig wir sind. Natürlich gibt es das Ursuppenexperimen von Miller und Urey bei dem eine hypothetische Uratmosphäre elektrischen Entladungen ausgesetzt wird und tatsächlich entstehen dabei auch einfache organische Moleküle. Wie sich diese allerdings zu großen komplexen Strukturen zusammengesetzt haben ist ebenso unklar, wie die Bildung einer Zellmembran oder einer DNA, mit der eine Zelle überhaupt erst in der Lage ist Erbinformationen weiterzugeben oder sich zu vermehren. Es gibt unzählige Theorien, wie sich der Schritt von toter Materie zum Wunder des Lebens vollzogen haben könnte, aber letztlich sind sie genau das – Theorien. Und damit kann das Leben auf der Erde ebenso auf einem Meteoriten in den Tiefen des Alls entstanden sein, wie auf unserem heimischen Planeten.

Zu denken gibt, dass jedes Lebewesen auf der Erde sich ein und denselben Grundbauplan teilt. So vielfältig die Flora und Fauna unserer Welt auch sein mag, alles ist miteinander verwandt und lässt sich zumindest theoretisch bis zu einer einzigen Urzelle zurückverfolgen. Das spricht gegen einen Ursprung des Lebens auf der Erde selbst, denn wenn die Bedingungen für die Entwicklung von Leben einmal gestimmt haben, müsste es öfters entstanden sein. Aber dann hätten wir verschiedene Vererbungsmechanismen, statt nur einer DNA, die nur aus den immer gleichen vier Aminosäuren Adenin, Thymin, Guanin und Cytosin besteht.

Die Frage nach unserem eigenen Ursprung ist eigentlich deutlich spannender, als die Suche nach einer potenziellen Alienzivilisation.

Aber das ist nur meine persönliche Meinung und wird vielleicht irgendwann einmal Stoff eines neuen Buchs.

 

Featured Image, Künstler: Kevin Gill, Mars, Bild lizenziert unter der CC-Lizenz Namensnennung 2.0, https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/“

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