Leben auf anderen Planeten? Teil 1

Das Rätsel nach intelligentem Leben jenseits der schützenden Lufthülle der Erde beschäftigt uns nicht erst seit H.G. Wells berühmtem „Krieg der Welten“ oder aktuellen Kinoblockbustern. Bereits 1877 glaubte der italienische Astronom Giovanni Schiaparelli in feinen Linien auf der Marsoberfläche Kanäle entdeckt zu haben. Generationen von Forschern nach ihm pflegten die Theorie der Marszivilisation und entwickelten sie solange weiter, bis H.G.Wells in ihr die Inspiration für seinen  „Krieg der Welten“ fand. Als realistische Hörspieladaption von Orson Welles löste der Roman in den USA kurz vor Halloween 1938 dann tatsächlich eine Massenpanik aus, da viele glaubten es würde eine echte Invasion der Marsianer stattfinden.  Heute wissen wir natürlich, dass der Mars eine lebensfeindliche Welt mit einer extrem dünnen Atmosphäre ist. Die Grundfrage, die bereits Giovanni Schiaparelli beschäftigte ist damit aber noch lange nicht gelöst, sondern bestenfalls an den Rand unseres Sonnensystems oder in den Krieg der Sterne verlagert.

Wobei die Vorstellung von einem Jabba the Hutt, dem man eine hübsche Prinzessin Leia abkaufen könnte natürlich schon etwas hat…

Aber zurück zum Thema. Wie alleine sind wir wirklich im Universum?

Wenn man sich ernsthaft mit dieser Frage beschäftigt will, gehört man entweder zu einem elitären Zirkel ambitionierter Wissenschaftler, die einem ausgeprägten Hang zum Masochismus frönen oder ist Anhänger diverser Verschwörungstheorien, mit denen man zu einem gern gesehen Gast bei Donald Trump werden dürfte. Wobei ich nichts gegen Trump sagen möchte, einige seiner Ideen sind gar nicht so falsch. Die Chinesen haben zum Beispiel seit Jahrhunderten eine Mauer und kein Problem mit mexikanischen Emigranten.

Und dann gibt es natürlich noch die geistigen Erben von H.G.Wells und Jules Verne, die Science-Fiction Autoren. Für uns ist die Beschäftigung mit außerirdischen Leben und wie es aussehen könnte schon fast eine Berufsvoraussetzung, auch wenn ich zu meiner Schande gestehen muss, dass es mir bisher noch nicht gelungen ist eine Massenpanik auszulösen.

Aber was nicht ist kann ja noch werden. Jeder braucht ein Ziel.

Für den Webroman „Die Siedler von Shygarn“ habe ich die Banshees entworfen. Eine teilweise insektoid anmutende Spezies, die die ersten Siedler bei der Landung auf der fremden Welt nicht einmal als intelligent erkennen. Erst Jahrzehnte später begreifen sie, dass es sich bei den Banshees um eine gigantische Schwarmintelligenz handelt. Aber da ist es schon fast zu spät.

Auch Ridley Scotts ikonisches Meisterwerk „Alien“ erschafft eine fremdartige Rasse über deren tatsächliche Intelligenz sich weder die Zuschauer noch die Protagonisten wirklich im Klaren sind. Handelt es sich bei den mordenden Monstern mit Säureblut nur um wilde Tiere oder eine Spezies, deren Verstand uns einfach nur komplett fremd ist. Oder anders ausgedrückt, was suchen wir überhaupt, wenn wir unsere Teleskope und Radioschüsseln zum Himmel richten.

Hier hilft ein Blick auf das, was wir bereits über außerirdisches Leben wissen und damit kommen wir vielleicht auch der Frage näher, wie realistisches es überhaupt ist danach zu suchen.

Gehen wir zunächst einmal davon aus, dass Leben einen Planeten benötigt. Die Annahme ist im Moment reine Bequemlichkeit und ich werde später noch einmal darauf zurückkommen. Betrachtet man unser heimisches Sonnensystem fällt auf, dass es an Planeten nicht unbedingt mangelt. Mit Venus und Mars stehen sogar zwei Welten am Start, die über erdähnliche Größe und eine Atmosphäre verfügen. Allerdings dürfte der Urlaubstrip zur Venus wenig vergnüglich ausfallen. Bei 400 °C Oberflächentemperatur und einer dichten Wolkendecke aus Schwefelsäurewolken mutiert nackt baden im Outdoorpool zu einem – im wahrsten Sinne des Wortes – Killererlebnis. Der Mars verschont uns zwar mit saurem Regen, führt die Skala der Lebensfreundlichkeit dafür aber von der anderen Seite an. Dennoch, Planeten sind offensichtlich keine Seltenheit, was auch die jüngsten Entdeckungen in weit entfernten Sonnensystem bestätigen und es ist wohl nur noch eine Frage der Zeit und immer höher auflösender Teleskope, bis die Atmosphäre eines Planeten beim Vorbeizug an seiner Sonne untersucht werden kann. Das Anfangsszenario der „Siedler von Shygarn“ wäre dann schon in wenigen Jahren keine Science-Fiction mehr, sondern ein alter Hut.

 

Featured Image, Künstler: Kevin Gill, Mars, Bild lizenziert unter der CC-Lizenz Namensnennung 2.0, https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/“

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